Dominik Höcht´s Renault 20 Geschichte

Meine Eltern fuhren nach ihrem ersten Auto, einem Käfer, insgesamt vier Renault 16. Zeitgleich gab es mal einen Fiat 500 als Zweitwagen. Die beiden R16, die ich erlebt habe, waren ein oranger 16 TS und ein grüner 16 TX (s. Foto von etwa 1982). Nach dem TX folgten ein grüner 14 TS, den der Rost sehr schnell dahin gerafft hatte, und ein roter 11 TXE, den ich sehr geliebt habe. Nach einem Motorschaden kam dann der erste Neuwagen meiner Eltern, ein roter R19 Phase II. Bei dem war nach vielen problemlosen Kilometern das Getriebe kaputt und es folgte ein Megane Scenic, als erster Diesel im Haus.
Nachdem meine Eltern fast nur Renault gefahren haben und ich schon früh mit unserem Händler Herrn Zipfer in Mühldorf in Kontakt gekommen war, konnte ich bei ihm nach der Realschule eine kaufmännische Ausbildung beginnen. Mit 18 bekam ich dann mein erstes Auto, einen 86er Renault 5 GTL mit fünf Türen. Dieser wurde leider nach kurzer Zeit Opfer eines unverschuldeten Unfalls, worauf dann drei Twingos folgten. Den dritten, ein Initiale, fahre ich heute noch im Alltag.

Nun aber zum R20. Ich hatte eigentlich nie eine besondere Beziehung zu diesem Modell. Wir hatten keinen in der Familie oder im Bekanntenkreis. Nur eben einen Phase 1 LS im Ort. Dieser gehörte viele lange Jahre einer alten Frau, die ich gelegentlich damit fahren sah. Eines Tages beschloss ich, den Wagen haben zu wollen. Ich hängte einen Zettel an die Scheibe mit der Bitte, mich anzurufen, wenn der R20 zum Verkauf stehen sollte. Was ich nicht wusste war, dass die Frau kürzlich das Auto schon an einen Familienvater abgegeben hatte.

Dieser meldete sich nach gut einem Jahr, nachdem ich den Zettel hinterlegt hatte bei mir und fragte, ob ich noch Interesse hätte. Ich konnte ihn dann im Februar 2004 kaufen. Nachdem das Fahrzeug einige Mängel hatte, suchte ich übers Internet nach Kontakten. Die erste Empfehlung war Michael Fischer vom C.A.R weiss-blau in Freising, den ich gleich mal mit dem 20er in seiner kleinen Werkstatt besuchte. Er hat mir viel geholfen und mich wegen Ersatzteilen ins Renault-Klassik Forum gebracht.
In den beiden Jahren wurde der Zahnriemen und die komplette Auspuffanlage erneuert. Außerdem hat mir Michael den Vergaser soweit eingestellt, dass er sauber läuft.


Ich habe dann, als Michael einen 84er R30 zum Schlachten bekam, die hinteren starren Gurte durch die Automatikgurte aus dem R30 ersetzt.
Besonders gefällt mir an meinem R20 der Sitzkomfort und das butterweiche Fahrwerk, mit dem es sich wunderbar cruisen lässt. Was mich allerdings immer wieder gestört hat war, dass er mit einem Passat verwechselt wurde. Fließheck-Passat sind doch noch so häufig zu sehen – Renault 20 dagegen nicht.
In der Zwischenzeit hab ich mir mit zwei fünftürigen Renault 5, einem 25 GTX und einem AMC Alliance Cabriolet eine kleine Sammlung angehäuft. Da auch der 25er und das Cabrio viel Platz, Geld und Zeit in Anspruch nehmen, möchte ich mich von meinem R20 trennen.


Das Norev Modell in 1:43 war zwar mit 35 Euro nicht gerade günstig, ich musste es aber unbedingt haben, da meiner doch die gleiche Farbe hat. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, beide Autos – Original und Miniatur – auf ein Foto zu bringen.

Steckbrief:
Typ: R20 LS – R1272
EZ: 10.04.1980
In meinem Besitz seit 02/2004
Kilometerstand beim Kauf: ca. 102.000
Kilometerstand aktuell: knapp 106.000
Farbe: 977 Bali-grün-metallic
Motor: 2.0 Liter, 80 KW (109 PS)

Ausstattung: Servolenkung, Drehzahlmesser, Scheinwerferhöhenverstellung, regelbare Instrumentenbeleuchtung, klappbare Rücksitze, 5-Gang-Getriebe

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